Die Quellen zu allen Studien- und Marktdaten sind im Text und am Ende verlinkt; Ergebnisse aus unseren Projekten beruhen auf Angaben der Kunden.
Kurz gesagt: Eine Agentur für Markenpositionierung legt fest, für wen Ihr Produkt gedacht ist, womit Käufer es vergleichen und warum sie sich für Sie entscheiden sollten, bevor Logo, Website oder Pitch Deck entstehen. Belastbar wird diese Entscheidung durch Interviews mit echten Kunden: In relativ homogenen Gruppen reichen laut einer systematischen Übersicht meist 9 bis 17 Gespräche. In Berlin bieten unter anderem Helder, CRU Brand Consultancy, Bolder, HY.AM Studios und studio~humm Positionierung an, und Helder nennt für Markenstrategie Preise ab 15.000 €. Auf Clutch geben die meisten dieser Agenturen ein Mindestprojekt von ca. 4.500-8.900 € (5.000-10.000 US-Dollar) an, dp.vision ca. 4.500 € (5.000 US-Dollar). Bei dp.vision beginnt jedes Projekt mit Kundeninterviews, und Positionierung, Markenidentität und Website kosten zusammen ca. 18.000-32.000 €.
Wer in Berlin eine Branding-Agentur sucht, bekommt vor allem Logos zu sehen. Für ein B2B-Tech-Unternehmen nach einer Finanzierungsrunde sollten vor dem Logo drei Fragen beantwortet sein: Wer kauft? Gegen wen treten Sie an? Welcher Unterschied lässt sich belegen? Dieser Beitrag zeigt, wie ein Positionierungsprojekt abläuft, wie Sie Kundeninterviews führen, was das kostet und woran Sie eine passende Agentur erkennen. Eine breitere Übersicht über Berliner Studios bietet unser Ranking der Branding-Agenturen in Berlin.
Offenlegung: Dieser Leitfaden stammt von dp.vision. Wir bieten selbst Positionierung an und stehen auch in der Agenturliste.
Was ist Markenpositionierung und was macht eine Positionierungsagentur?
Markenpositionierung ist die bewusste Entscheidung, für welche Kunden ein Angebot gedacht ist, mit welcher Alternative es verglichen wird und welcher belegbare Unterschied den Ausschlag geben soll. Aus dieser Festlegung werden Slogans, Website-Texte und Verkaufsargumente abgeleitet.
Eine Agentur für Markenpositionierung bereitet diese Festlegung mit Belegen aus dem Markt vor, begleitet die Entscheidung der Geschäftsführung und übersetzt sie in Botschaften, die Marketing, Vertrieb und Investorenkommunikation gleichermaßen verwenden. Anders als eine klassische Branding-Agentur klärt sie zuerst, was die Marke sagen soll, und erst danach, wie sie aussieht.
Messaging, auf Deutsch auch Botschaftsarchitektur, ist die geordnete Sammlung der Sätze, mit denen ein Unternehmen seine Positionierung gegenüber verschiedenen Zielgruppen vermittelt.
In einer Gartner-Umfrage unter 632 B2B-Einkäufern gaben 61 % an, am liebsten ganz ohne Vertriebsmitarbeiter einzukaufen, und 69 % berichteten von Widersprüchen zwischen den Angaben auf der Website eines Anbieters und denen seines Vertriebs (Gartner, Juni 2025). Wenn sich Käufer zuerst allein informieren, müssen Website, Verkaufsgespräch und Pitch Deck dieselbe Geschichte erzählen. Das gelingt nur, wenn alle drei auf derselben Positionierung beruhen.
Warum gehört die Positionierung vor Logo, Website und Pitch Deck?
Ohne Positionierung entscheidet der Geschmack. Jede Abstimmungsrunde zum Logo wird zur Diskussion über Vorlieben, auf der Website landen Sätze wie „die intelligente Plattform für Ihre Daten“, und im Deck erzählt die Gründerin eine andere Geschichte als der Vertrieb im Erstgespräch. Mit einer Positionierung wird Gestaltung überprüfbar: Ein Entwurf ist gut, wenn er die beschlossene Botschaft für die beschlossene Zielgruppe glaubwürdiger macht.
Was umfasst ein Positionierungsprojekt?
Ein sorgfältiges Projekt verläuft in sieben Schritten.
- Bestandsaufnahme. Die Agentur sichtet Deck, Website und Verkaufsunterlagen und fragt nach den Gründen für gewonnene und verlorene Aufträge. Daraus entstehen Hypothesen, noch keine Antworten.
- Interviewplan. Festgelegt wird, welche Gruppen befragt werden, wie viele Gespräche je Gruppe geplant sind und wer die Kontakte herstellt. Meist vermittelt das Unternehmen die Gesprächspartner, und die Agentur führt die Gespräche.
- Interviews. Ein Einzelgespräch dauert rund eine Stunde, wie es schon Griffin und Hauser als üblich beschreiben. Heute finden die Gespräche meist per Video statt und werden mit Einverständnis der Befragten aufgezeichnet.
- Auswertung. Mehrere Personen lesen die Abschriften und ordnen jede Aussage einer Kategorie zu, etwa Auslöser, Alternative, Kaufkriterium, Einwand oder typische Wortwahl. Bei Griffin und Hauser erkannte eine einzelne Person im Schnitt nur 54 % der Kundenbedürfnisse, alle sieben Auswertenden zusammen nach Schätzung der Autoren 99 %.
- Entscheidung. In einem Workshop legt die Geschäftsführung Zielgruppe, Alternative und Unterschied fest. Die Agentur bereitet die Entscheidung vor, getroffen wird sie im Unternehmen.
- Botschaftshierarchie. Die Entscheidung wird in Sätze übersetzt, von der Kernbotschaft bis zu den Antworten auf Einwände.
- Umsetzung. Die Botschaften fließen in Website, Pitch Deck, Verkaufsunterlagen und Produkttexte ein und, wenn vereinbart, auch in die Markenidentität.
Am Ende sollte ein Dokument stehen, mit dem Ihr Team ohne die Agentur weiterarbeiten kann. Es enthält die Positionierungsaussage, die Botschaftshierarchie, Kundenzitate mit Quelle, offene Fragen und eine Liste der Seiten und Folien, die sich ändern müssen.
Wie führt man Kundeninterviews für die Positionierung?
Mit wem sollten Sie sprechen?
Am meisten lernen Sie von Kunden, die in den letzten Monaten gekauft haben, und von Interessenten, die sich gegen Sie entschieden haben. Da im B2B-Geschäft selten eine Person allein entscheidet, sprechen Sie mit Fachanwendern und Budgetverantwortlichen und, wo möglich, auch mit Einkauf und IT-Sicherheit. Wer noch wenige zahlende Kunden hat, spricht mit potenziellen Kunden und Fachleuten aus dem Markt. Bei PaceSovereign waren das neben der Zielgruppe selbst auch Berater und Ärzte.
Wie viele Interviews sind genug?
Hennink und Kaiser haben 23 Studien ausgewertet, die mit empirischen Daten oder statistischen Modellen untersuchen, ab wann weitere Interviews nichts Neues mehr liefern. In den Studien mit empirischen Daten war diese Sättigung nach 9 bis 17 Interviews erreicht, vor allem bei relativ homogenen Gruppen und eng gefassten Fragestellungen (Hennink und Kaiser 2022). Bei Griffin und Hauser deckten 20 Interviews mehr als 90 % der Bedürfnisse auf, die 30 Interviews ergeben hatten; die Autoren schätzten, dass 20 bis 30 Interviews 90 bis 95 % erfassen. Planen Sie die Zahl der Gespräche deshalb je klar abgegrenzter Gruppe, und hören Sie erst auf, wenn neue Gespräche keine neuen Auslöser, Alternativen oder Einwände mehr bringen.
Welche Fragen funktionieren?
Fragen Sie nach vergangenem Verhalten, nicht nach Meinungen über die Zukunft. Zum Beispiel:
- „Was ist passiert, dass Sie sich nach einer Lösung umgesehen haben?“
- „Wie haben Sie das Problem vorher gelöst, und was hat Sie daran gestört?“
- „Welche anderen Anbieter oder Lösungswege haben Sie geprüft, und warum haben Sie sich dagegen entschieden?“
- „Was hätte Sie fast davon abgehalten, sich für uns zu entscheiden?“
- „Wer war außer Ihnen an der Entscheidung beteiligt, und was wollten diese Personen wissen?“
- „Wie haben Sie die Entscheidung intern begründet?“
- „Wie würden Sie einer Kollegin in einem Satz erklären, was wir machen?“
- „Was würden Sie tun, wenn es uns morgen nicht mehr gäbe?“
Die Begründung aus Frage 6, mit der Ihr Ansprechpartner das Budget durchgesetzt hat, ist oft schon der beste Satz für Ihre Website. Frage 8 zeigt, wer Ihr eigentlicher Wettbewerber ist. Häufig ist das eine Tabellenkalkulation oder der bisherige Ablauf.
Welche Fehler verzerren das Ergebnis?
Oft interviewt die Gründerin selbst und erklärt nach zehn Minuten das Produkt. Ab diesem Moment hören Sie Höflichkeit statt Wahrheit. Ebenso schädlich sind Suggestivfragen und eine Auswahl, die nur begeisterte Kunden umfasst. Fokusgruppen bringen gegenüber Einzelinterviews keinen Vorteil: In den Daten, die Griffin und Hauser auswerten, brachten zwei einstündige Einzelinterviews ungefähr so viele Bedürfnisse ans Licht wie eine zweistündige Fokusgruppe (51 % gegenüber 50 %).
Wie werden aus Interviews eine Positionierung und eine Botschaftshierarchie?
Die Verdichtung beginnt mit dem Zählen. Erst wenn ein Auslöser, ein Wert oder ein Einwand in mehreren Gesprächen und möglichst bei mehreren Rollen auftaucht, wird er zum Muster. Gesucht ist dann die Schnittmenge aus dem, was Kunden besonders schätzen, was Alternativen nicht leisten und was Ihr Unternehmen glaubwürdig liefern kann. Festhalten lässt sich das in dieser Form:
„Für [Zielkunden], die [Problem] haben, ist [Produkt] eine/ein [Kategorie], die/das [wichtigsten Wert] bietet. Anders als [wichtigste Alternative] bietet [Produkt] [belegbarer Unterschied].“
Dieser Satz ist ein internes Arbeitswerkzeug. Aus ihm entsteht eine Botschaftshierarchie mit vier Ebenen:
- Kernbotschaft: ein Satz, der Zielgruppe, Wert und Unterschied verbindet. Er wird später zur Hauptüberschrift der Website und zur ersten inhaltlichen Folie im Deck.
- Wertsäulen: meist die drei Gründe, die in den Interviews am häufigsten genannt wurden, formuliert in der Sprache der Kunden.
- Belege: Kennzahlen, Kundennamen, Pilotprojekte, Zertifizierungen und Zitate, die jede Säule stützen. Ohne Beleg bleibt eine Säule eine Behauptung.
- Rollenvarianten und Einwände: was Fachanwender, Budgetverantwortliche, Einkauf und IT-Sicherheit zusätzlich hören müssen.
Wie entstehen daraus Pitch Deck, Website und Vertriebsunterlagen?
Erst jetzt beginnt die Gestaltung.
| Einsatzort | Wer liest | Was die Positionierung festlegt | Typischer Fehler ohne Positionierung |
|---|---|---|---|
| Pitch Deck und Investoren-Story | Investorinnen und Investoren | Problem aus Kundensicht, Kategorie, Unterschied, Belege für Zahlungsbereitschaft | Die Technik wird erklärt, der Kaufgrund fehlt |
| Website | Käufer, die sich selbst informieren; Fachanwender; Bewerber | Hauptüberschrift, Seitenstruktur, Reihenfolge der Belege | Allgemeine Versprechen, die auf jeden Wettbewerber passen |
| Enterprise-Vertrieb | Fachbereich, Budgetverantwortliche, Einkauf, IT-Sicherheit | Gesprächsleitfaden, Antworten auf Einwände, Unterlagen je Rolle | Jeder im Vertrieb erzählt eine eigene Version |
| Produkt und Onboarding | Nutzerinnen und Nutzer | Funktionsnamen, erste Schritte | Die Produktsprache widerspricht der Website |
| Markenidentität | Alle | Tonalität, Bildsprache, Gestaltungsprinzipien | Gestaltung nach Geschmack statt nach Wirkung |
Die Investoren-Story ist dieselbe Positionierung, erzählt für Kapitalgeber: Sie ergänzt Kundenproblem und Unterschied um Marktgröße, Geschäftsmodell und den Nachweis, dass Kunden zahlen. Wie Pitch Deck, Website und Vertriebspräsentation dieselbe Geschichte erzählen, beschreiben wir in Pitch Deck, Website und Sales-Deck: eine Story.
Einige Ergebnisse aus unseren Projekten, jeweils nach Angaben der Kunden: Bei PaceSovereign bildeten Interviews mit potenziellen Kunden, Beratern und Ärzten die Grundlage der Positionierung, bevor Marke, Website und MVP entstanden. Die Landingpage war nach 11 Tagen online, das MVP nach 8 Wochen fertig, und im ersten Monat folgten 3 Investorentermine. Für SkyInspection entstand aus Interviews und neuer Positionierung eine zweisprachige Website, über die in drei Monaten 23 Demo-Anfragen eingingen und 2 Pilotprojekte mit Großunternehmen zustande kamen. DigiData erhielt innerhalb von zwei Monaten Markenstrategie, modulare Identität und eine achtseitige Website und verzeichnete danach 3,2-mal so viele Anmeldungen. Für Edutailor entstanden Marke und Landingpage in 5 Tagen.
Was kostet Markenpositionierung in Berlin?
Mindestbudgets auf Clutch. Die Clutch-Liste für Branding in Berlin führt 175 Anbieter. Auf der ersten Seite (51 Einträge, Stand 3. November 2026) geben 49 ein Mindestprojekt an: 21 nennen ca. 4.500 € (5.000 US-Dollar), 16 nennen ca. 8.900 € (10.000 US-Dollar), 8 setzen die Grenze bei ca. 22.400 € (25.000 US-Dollar) oder höher an und 4 bei ca. 900 € (1.000 US-Dollar). Das sind Untergrenzen für Branding allgemein, keine Preise für Positionierung. Alle Dollarbeträge in diesem Beitrag haben wir zum Euro-Referenzkurs der EZB vom 3. November 2026 umgerechnet (1 Euro = 1,1179 US-Dollar) und gerundet.
Veröffentlichte Preise. Helder nennt als Orientierung Preise ab 15.000 € für die Markenstrategie und für einen vollständigen Prozess von der Strategie bis zur Einführung der Marke in der Regel ein Budget von 30.000 bis 65.000 € (Stand drittes Quartal 2026). Bolder nennt auf seiner Berliner Seite für Startups einen Einstieg ab ca. 13.400 € (15.000 US-Dollar) bei 2 bis 8 Wochen Laufzeit, für Unternehmen in der Wachstumsphase ca. 44.700 bis 178.900 € (50.000 bis 200.000 US-Dollar) bei 6 bis 16 Wochen.
Ein dokumentiertes Projekt. In einer Clutch-Bewertung von CRU aus dem Jahr 2020 beziffert ein Softwareunternehmen mit rund 150 Mitarbeitenden die Kosten seines Rebrandings auf ca. 205.700 € (230.000 US-Dollar), einschließlich Website, Inhalten für soziale Netzwerke und Fotoshooting.
Was Interviews kosten. Griffin und Hauser zitieren ein großes US-Unternehmen, das für 30 Interviews 10.000 bis 20.000 US-Dollar Fremdkosten und mehr als 250 Stunden Teamzeit ansetzte. Bei Kosten ab 100 US-Dollar je Arbeitsstunde ergeben sich nach Rechnung der Autoren 1.000 bis 2.000 US-Dollar je Interview (Griffin und Hauser 1993). Die Zahlen sind alt, doch auch heute kostet die Auswertung mehr als das Gespräch selbst.
Den Preis bestimmen vor allem vier Faktoren: die Zahl der Gruppen und Gespräche, die Erreichbarkeit der Gesprächspartner, die Zahl der Sprachen und die Frage, ob die Botschaften anschließend in Website, Deck und Marke umgesetzt werden.
Unsere Preise bei dp.vision: Der Stundensatz liegt bei 80-90 €, reine Positionierung kalkulieren wir nach Stundensatz und vereinbartem Umfang. Positionierung mit Kundeninterviews, Markenidentität und eine Website mit 8 bis 10 Seiten kosten zusammen ca. 18.000-32.000 €, der volle Umfang nach einer Finanzierungsrunde wie bei PaceSovereign ca. 37.000-55.000 €. Den Festpreis vereinbaren wir vor Projektstart. Weitere Zahlen nach Anbietertyp finden Sie in Branding-Agentur in Berlin: Was sie kostet und in Was kostet Branding 2026?.
Welche Agenturen in Berlin bieten Positionierung für B2B-Tech an?
In die Liste aufgenommen haben wir Agenturen, die laut Impressum oder Clutch in Berlin sitzen, Positionierung oder Markenstrategie auf der eigenen Website als Leistung anbieten und für Tech- oder B2B-Unternehmen arbeiten. Die Preise stammen von Clutch oder von der Website der Agentur.
| Agentur | Sitz (Quelle) | Positionierung laut eigener Angabe | Preissignal |
|---|---|---|---|
| dp.vision | Poznań, US-Gesellschaft in Delaware, remote für DACH | Positionierung aus Kundeninterviews, danach Marke, Website, Produkt | Clutch: Mindestprojekt ab ca. 4.500 € (5.000 US-Dollar), ca. 45-90 €/Std. (50-99 US-Dollar) |
| Helder | Berlin-Mitte (Impressum) | Eigenes Markenmodell, Interviews mit Kunden und Mitarbeitenden | Eigene Website: Markenstrategie ab 15.000 €; Strategie bis Einführung meist 30.000-65.000 € |
| CRU Brand Consultancy | Berlin-Mitte (Impressum) | Brand Strategy mit Positionierung, Schwerpunkt Tech, Finanzen, Industrie | Clutch: Mindestprojekt ab ca. 8.900 € (10.000 US-Dollar), ca. 90-135 €/Std. (100-149 US-Dollar) |
| Bolder | Standort Berlin-Mitte (eigene Website, Clutch) | Jedes Projekt beginnt mit Positionierung, nur B2B und Deep Tech | Eigene Website: Startups ab ca. 13.400 € (15.000 US-Dollar); Clutch: Mindestprojekt ab ca. 22.400 € (25.000 US-Dollar), ca. 135-180 €/Std. (150-199 US-Dollar) |
| HY.AM Studios | Berlin-Mitte (Impressum) | Markenstrategie, Markenarchitektur, Messaging | Clutch: Mindestprojekt ab ca. 4.500 € (5.000 US-Dollar), ca. 90-135 €/Std. (100-149 US-Dollar) |
| studio~humm | Berlin-Prenzlauer Berg (Impressum) | Positionierung und Markenstrategie, Markendesign, zweisprachige Websites | Clutch: Mindestprojekt ab ca. 4.500 € (5.000 US-Dollar), ca. 45-90 €/Std. (50-99 US-Dollar) |
1. dp.vision (unser Studio)
Team und operative Gesellschaft sitzen in Poznań, die US-Gesellschaft dp.vision ist in Delaware eingetragen; Kunden im DACH-Raum betreuen wir remote. Wir sorgen dafür, dass Käufer komplexe B2B-Technologie schneller verstehen, ihr eher vertrauen und sie leichter kaufen. Am Anfang jedes Projekts stehen Interviews mit den echten Kunden unserer Kunden. Die Recherche bestimmt die Botschaft, und die Botschaft bestimmt, was wir gestalten und bauen. In jedem Projekt arbeitet eine Strategin oder ein Stratege mit, und wer die Interviews geführt hat, prüft auch die Umsetzung. Wir arbeiten für finanzierte oder profitable, gründergeführte B2B-Tech-Unternehmen, von Pre-Seed nach abgeschlossener Runde bis Series B, die in 4 bis 16 Wochen einen Meilenstein erreichen wollen. Das Studio gibt es seit 2022, im Team arbeiten mehr als 20 Personen, und die meisten Kunden sitzen in den USA und in Großbritannien. Einschränkung: Wir haben kein Büro in Berlin. Mehr zur Leistung: Positionierung.
2. Helder
Sitz: Legiendamm 18-20, 10179 Berlin (Impressum) · Preis: Markenstrategie ab 15.000 €, von der Strategie bis zur Einführung der Marke in der Regel 30.000-65.000 € (eigene Website, Stand drittes Quartal 2026)
Helder beschreibt sich als Marken- und Designagentur für mittelständische B2B-Unternehmen und Tech-Unternehmen in der Wachstumsphase, von SaaS über Fintech bis Data Analytics. Die Positionierung entsteht mit dem eigenen Markenmodell Brand Frame®. Zur Analyse gehören Interviews mit Kunden und Mitarbeitenden, danach folgt ein Markenworkshop. Nach eigener Aussage arbeitet Helder vor allem für Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitenden und nicht für Start-ups in der Frühphase. Passt zu erklärungsbedürftigen Angeboten im deutschsprachigen Mittelstand.
3. CRU Brand Consultancy
Sitz: Friedrichstraße 122/123, 10117 Berlin (Impressum) · Preis: laut Clutch Mindestprojekt ab ca. 8.900 € (10.000 US-Dollar), Stundensatz ca. 90-135 € (100-149 US-Dollar)
CRU ist nach eigener Aussage dort am stärksten, „wo das Produkt erst erklärt werden muss: Tech, Finanzen, Industrie“. Positionierung gehört zur Leistung Brand Strategy. Als Referenz zeigt die Website etwa die neue Marke der Vertriebssoftware Valuecase, von Storytelling und Identität bis zur Website. Passt, wenn Markengeschichte und Erscheinungsbild gleich viel Gewicht haben sollen.
4. Bolder
Standort: Rosenthaler Straße 43-45, 10178 Berlin (Standortseite; Berlin auch laut Clutch), weitere Standorte in San Francisco, New York und London; ein Impressum mit Gesellschaftssitz haben wir nicht gefunden · Preis: laut eigener Website für Startups ab ca. 13.400 € (15.000 US-Dollar); laut Clutch Mindestprojekt ab ca. 22.400 € (25.000 US-Dollar), Stundensatz ca. 135-180 € (150-199 US-Dollar)
Bolder arbeitet nach eigener Aussage ausschließlich mit komplexen B2B- und Deep-Tech-Startups und beginnt jedes Projekt mit Positionierung und Narrativ, bevor gestaltet wird.
5. HY.AM Studios
Sitz: Torstraße 164, 10115 Berlin (Impressum) · Preis: laut Clutch Mindestprojekt ab ca. 4.500 € (5.000 US-Dollar), Stundensatz ca. 90-135 € (100-149 US-Dollar)
HY.AM arbeitet für Marken aus Luxus, Lifestyle und Technologie und bietet Markenworkshops, Markenstrategie, Markenarchitektur und Messaging an. Jedes Projekt beginnt laut Agentur mit einem Workshop zur Markenstrategie, klassische Branding-Projekte dauern etwa 10 bis 12 Wochen. Als Referenzen aus dem Tech-Umfeld nennt HY.AM unter anderem den Versicherungsanbieter Element und das Auto-Abo FINN.
6. studio~humm
Sitz: Immanuelkirchstraße 28, 10405 Berlin (Impressum) · Preis: laut Clutch Mindestprojekt ab ca. 4.500 € (5.000 US-Dollar), Stundensatz ca. 45-90 € (50-99 US-Dollar)
Ein kleines Studio, laut Clutch mit 2 bis 9 Mitarbeitenden. Nach eigener Beschreibung konzentriert es sich auf Markenstrategie, Markendesign und Markenaktivierung, und die Websites sind oft zweisprachig auf Deutsch und Englisch. Zu den Kunden zählen laut Studio unter anderem Startups in der Frühphase und SaaS-Unternehmen.
Wie wählen Sie die richtige Positionierungsagentur aus?
Allgemeine Kriterien stehen im Leitfaden zur Tech- und B2B-Branding-Agentur in Berlin. Speziell für die Positionierung zählen fünf Punkte:
- Fragen Sie, mit wem gesprochen wird. Eine gute Agentur nennt schon im Angebot die Gruppen, die Zahl der Gespräche je Gruppe und die Person, die die Kontakte herstellt.
- Lassen Sie sich ein anonymisiertes Ergebnis zeigen. Es sollte Kundenzitate, eine klare Entscheidung und Sätze enthalten, die sich morgen so auf eine Website stellen ließen.
- Prüfen Sie die Kontinuität. Wer die Interviews führt, sollte auch prüfen, ob Website, Deck und Marke die Erkenntnisse richtig umsetzen.
- Klären Sie, wo die Arbeit endet. Manche Agenturen liefern nur das Strategiedokument, andere setzen es auch um. Beides ist legitim, wenn Sie es vorher wissen.
- Verlangen Sie einen Festpreis für einen klaren Umfang und einen Zeitplan, der zu Ihrem nächsten Meilenstein passt.
Warnsignale
- Die Positionierung soll in einem eintägigen Workshop entstehen, ohne ein einziges Kundengespräch.
- Statt Einzelinterviews sind nur Fokusgruppen oder eine Umfrage vorgesehen.
- In der ersten Projektwoche liegen schon Moodboards auf dem Tisch.
- Der Abschlussbericht nennt Werte wie „innovativ“, aber keine Kundenzitate und keinen Satz, den Ihr Vertrieb verwenden kann.
- Umfang und Preis stehen erst nach Projektbeginn fest.
Steht bei Ihnen eine Finanzierungsrunde, ein Launch oder der erste große Termin mit einem Konzern an? Sprechen Sie mit uns. Im ersten Gespräch klären wir, welche Belege schon vorliegen.
Häufige Fragen
Was macht eine Agentur für Markenpositionierung?
Sie klärt mit Belegen aus dem Markt, für welche Kunden Ihr Angebot gedacht ist, mit welcher Alternative Käufer es vergleichen und welcher Unterschied den Ausschlag gibt. Dafür führt sie Einzelinterviews mit Kunden und verdichtet die Ergebnisse zu einer Positionierungsaussage und einer Botschaftshierarchie. Aus beiden entstehen anschließend Marke, Website, Pitch Deck und Verkaufsunterlagen.
Wie viele Kundeninterviews braucht eine Positionierung?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Eine systematische Übersicht von Hennink und Kaiser über 23 Studien zeigt, dass bei relativ homogenen Gruppen nach 9 bis 17 Einzelinterviews eine Sättigung erreicht war, weitere Gespräche also kaum Neues brachten. Griffin und Hauser schätzten 1993, dass 20 bis 30 Interviews 90 bis 95 % der Kundenbedürfnisse erfassen. Da im B2B-Geschäft mehrere Rollen am Kauf beteiligt sind, sollten Sie diese Größenordnung je Gruppe einplanen, nicht für das gesamte Projekt.
Was kostet Markenpositionierung in Berlin?
Nur wenige Berliner Agenturen veröffentlichen Preise für Positionierung oder Markenstrategie. Helder nennt für die Markenstrategie Preise ab 15.000 €, Bolder für Startups einen Einstieg ab ca. 13.400 € (15.000 US-Dollar). Auf der ersten Seite der Berliner Branding-Liste von Clutch (Stand 3. November 2026) nennen 37 von 49 Agenturen, die ein Mindestprojekt angeben, ca. 4.500 oder 8.900 € (5.000 oder 10.000 US-Dollar). Bei dp.vision liegt das Mindestprojekt laut Clutch mit ca. 4.500 € (5.000 US-Dollar) in derselben Spanne. Reine Positionierung kalkulieren wir nach Stundensatz (80-90 €) und vereinbartem Umfang; Positionierung mit Kundeninterviews, Markenidentität und eine Website mit 8 bis 10 Seiten kosten zusammen ca. 18.000-32.000 €.
Wie lange dauert ein Positionierungsprojekt?
Das hängt vor allem davon ab, wie schnell sich Gesprächspartner gewinnen lassen. HY.AM Studios nennt für klassische Branding-Projekte etwa 10 bis 12 Wochen, Bolder für Startup-Projekte 2 bis 8 Wochen. Planen Sie so, dass die Positionierung vor dem nächsten Meilenstein steht, also vor der Finanzierungsrunde, dem Launch oder dem ersten Termin mit einem Konzern.
Was ist der Unterschied zwischen Positionierung, Messaging und Markenidentität?
Die Positionierung ist die Entscheidung, für wen Sie da sind, gegen welche Alternative Sie antreten und worin Ihr Unterschied besteht. Das Messaging übersetzt diese Entscheidung in Sätze für Website, Deck und Vertrieb. Die Markenidentität macht beides sichtbar, durch Logo, Farben, Typografie und Bildsprache. Wer mit der Identität beginnt, gestaltet ohne Maßstab.
Können wir die Kundeninterviews selbst führen?
Ja, und jedes Gründerteam sollte regelmäßig mit Kunden sprechen. Für die Positionierung hat ein externes Team trotzdem zwei Vorteile: Gesprächspartner äußern Kritik gegenüber Dritten offener, und wer nichts verkaufen muss, verteidigt das Produkt nicht. Wenn Sie selbst interviewen, fragen Sie nach vergangenem Verhalten und lassen Sie die Abschriften von mehreren Personen auswerten.
Muss die Agentur für Markenpositionierung in Berlin sitzen?
Nein. Kundeninterviews finden ohnehin meist per Video statt, weil Ihre Kunden selten alle in Berlin sitzen. Wichtiger sind Erfahrung mit erklärungsbedürftigen B2B-Produkten, sicheres Deutsch und Englisch sowie eine gemeinsame Zeitzone. Ein Büro vor Ort hilft vor allem bei großen Workshops.
Quellen
- Gartner, Pressemitteilung vom 25. Juni 2025: https://www.gartner.com/en/newsroom/press-releases/2025-06-25-gartner-sales-survey-finds-61-percent-of-b2b-buyers-prefer-a-rep-free-buying-experience
- Hennink, M. und Kaiser, B. N.: „Sample sizes for saturation in qualitative research: A systematic review of empirical tests“, Social Science & Medicine, 2022 (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34785096/
- Griffin, A. und Hauser, J. R.: „The Voice of the Customer“, Marketing Science, 1993 (PDF, MIT Sloan): https://mitsloan.mit.edu/shared/ods/documents?PublicationDocumentID=5259
- Clutch, Branding-Agenturen in Berlin: https://clutch.co/de/agencies/branding/berlin
- dp.vision, Clutch: https://clutch.co/profile/dpvision
- Helder: https://helder.design/impressum/ ; https://helder.design/ ; https://helder.design/markenagentur/
- CRU Brand Consultancy: https://www.madebycru.com/imprint ; https://www.madebycru.com/ ; https://www.madebycru.com/work/rebranding-b2b-saas-sales-software-valuecase ; https://clutch.co/profile/cru-brand-consultancy
- Bolder: https://www.bolderagency.com/locations/branding-agency-berlin ; https://www.bolderagency.com/contact
- HY.AM Studios: https://www.hyam.de/impressum ; https://www.hyam.de/branding-agentur ; https://www.hyam.de/markenstrategie ; https://www.hyam.de/work/element-the-future-infrastructure-of-insurance ; https://clutch.co/profile/hyam-studios
- studio~humm: https://www.studiohumm.com/imprint ; https://www.studiohumm.com/about ; https://clutch.co/profile/studiohumm
- Europäische Zentralbank, Euro-Referenzkurse: https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/euro_reference_exchange_rates/html/index.de.html
